2019.0.8.1 CH/DE

Ein neues Verfahren zur Effizienzmessung

WLTP – Eine neue Norm

Das neue Worldwide Harmonised Light-Duty Vehicles Test Procedure (weltweit einheitliches Leichtfahrzeuge-Testverfahren) bzw. WLTP ist ein neues Messverfahren zur Bestimmung der Abgasemissionen von Fahrzeugen. Es ersetzt den seit 1997 geltenden NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus).

Diese drei Hauptfaktoren beeinflussen die Prüfung.

Aerodynamik
Je höher der Luftwiderstand eines Fahrzeugs ist, desto mehr Kraftstoff wird verbraucht. Je aerodynamischer ein Fahrzeug ist, desto geringer ist der Luftwiderstand. Selbst kleinste Änderungen des Luftwiderstands eines Fahrzeugs können sich langfristig auf die Effizienz auswirken.

Rollwiderstand
Während der Fahrt senkt der Rollwiderstand die Effizienz aufgrund von Raddeformation. Daher ist es wichtig, Reifen möglichst effizient zu gestalten

Masse
Schwere Gegenstände benötigen mehr Energie, um sich zu bewegen. Je leichter ein Fahrzeug ist, desto weniger Kraftstoff wird verbraucht. Wenig Gewicht bedeutet Effizienz und verbessert ebenfalls die Fahrzeughandhabung.

Was Sie wissen sollten.

Alles dreht sich um Präzision und Relevanz. Dieselbe Prüfung gilt für viele verschiedene Anwendungen weltweit. Sie ist eine der grössten, jemals durchgeführten Änderungen in der Automobilindustrie.

Realistischere Fahrzyklen

 

Striktere Fahrzeugabstimmung und –analyse  

Berücksichtigung von Zusatzausstattungen

Präzisere Temperaturen

 

Wie die neue Norm aussieht:

  NEDC WLTP
Umsetzung in der EU: 1998-08/17  09/17 Genehmigung für neue Motoren (09/18 alle Fahrzeuge) 
Zusatzausstattung:   nicht enthalten enthalten (Aerodynamik, Reifenrollwiderstand, Masse)
Phasen / Starttemperatur:
„urban / nicht urban“ Kaltstart „niedrig / mittel / hoch / sehr hoch“ Kaltstart
Dauer / Entfernung:  1.180 s / 10.966 m  1.800 s / 23.274 m 
Geschwindigkeit:  120 km/h maximum | 33,6 km/h durchschn.
132 km/h maximum | 46,5 km/h durchschn.
Leerlauf:  295 s  234 s 
Beschleunigung:  1,04 m/s2 maximum  1,58 m/s2 maximum  

Emissionen im praktischen Fahrbetrieb. 

Neben dem WLTP-Verfahren werden Messungen in Europa seit September 2017 auch nach dem RDE-Verfahren durchgeführt. RDE steht für „Real Driving Emissions“ (Emissionen im praktischen Fahrbetrieb). Emissionen werden im Gegensatz zu NEFZ und WLTP nicht auf einem Prüfstand, sondern während der Fahrt im Strassenverkehr gemessen. Die während der Fahrt ermittelten Emissionen (NOx und Feinstaub) werden als tatsächliche Emissionen bezeichnet.

Die Strecke für eine RDE-Messung besteht zu gleichen Teilen aus Fahrten in der Stadt, auf Landstrassen und auf Autobahnen. Das Fahrzeug wird nach dem Zufallsprinzip beschleunigt und abgebremst. Die durchschnittliche Geschwindigkeit in der Stadt beträgt 15 bis 40 km/h, auf Landstrassen 60 bis 90 km/h und auf der Autobahn 90 bis 145 km/h.

Für die Messung wird das Fahrzeug mit einem mobilen Emissionsmesssystem (PEMS) ausgestattet. Dieses Gerät misst die Schadstoffemissionen (NOx, CO und CO2) sowie Feinstaub (FS). Eine Testfahrt dauert zwischen 90 und 120 Minuten, wobei die Umgebungstemperatur zwischen -7° C  und +35° C liegen muss. Die Klimaanlage kann eingeschaltet werden.

Die neuen Verbrauchswerte FAQs:

Was sind NEFZ, WLTP und RDE?
NEFZ („Neuer Europäischer Fahrzyklus“) bezeichnet eine Prüfstandmessung, die seit 1992 europaweit genutzt wurde, um die Abgasemissionen und den Kraftstoffverbrauch von Personenkraftwagen und leichten Nutzfahrzeugen zu erfassen. NEFZ wurde von der weltweit einheitlichen Testmethode WLTP („Worldwide Harmonised Light-Duty Vehicles Test Procedure“) abgelöst. Das neue Verfahren soll den Verbrauch eines Fahrzeugs realistischer abbilden und beruht auf einem veränderten Testzyklus mit strengeren Prüfvorgaben. Ergänzend zu WLTP sollen in Europa Emissionen nach dem RDE-Prüfverfahren („Real Driving Emissions“) ermittelt werden, indem die Messungen im laufenden Strassenverkehr erfolgen.

Worin unterscheiden sich WLTP und RDE?

Während im WLTP 30 Minuten auf einem Rollenprüfstand unter standardisierten Rahmenbedingungen gefahren wird, findet der RDE-Test auf öffentlichen Strassen statt. Bei der RDE-Messung wird ein Streckenmix mit zufälliger Beschleunigung und Abbremsung gefahren, der zwischen 90 und 120 Minuten dauert.

Ab wann gelten WLTP und RDE?
Seit September 2017 erfolgt sukzessive die Umstellung auf WLTP und RDE. Ab September 2018 ist das WLTP-Testverfahren für alle neu zugelassenen Fahrzeuge Pflicht, ebenso die Limitierung des Feinstaubs (FS) bei RDE. Ab September 2019 ist zusätzlich ein RDE-Grenzwert für Stickoxide (NOx) für alle Neuzulassungen verbindlich.

Was bedeuten WLTP und RDE für mich?
Die nach dem WLTP-Testverfahren ermittelten Werte sollen Verbrauch, CO2- und Abgasemissionen realistischer abbilden. Dies kann dazu führen, dass höhere Kraftstoffverbräuche und CO2-Emissionen für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren anzugeben sind. Die individuelle Wahl des Motors und der Zusatzausstattungen haben ebenfalls Auswirkungen auf die Verbrauchs- und CO2-Werte. Je nach nationaler Gesetzesregelung kann das auch höhere CO2-Steuern zur Folge haben.

Wie setzt SEAT die WLTP-Vorschriften um?
Ab September 2018 werden alle SEAT-Modelle schrittweise auf das WLTP-Prüfverfahren umgestellt.